Nachdem die Jugendabteilung des Hamburger SC Rhe im Winterhalbjahr 2006 / 2007 erstmals ein Jugendboot, den Rapido, mit Jüs Segger (Konstrukteur) entwickelt und gebaut hatte, stellte sich heraus, dass das Projekt ein voller Erfolg war.

Die Zielvorstellungen der Verantwortlichen wurden deutlich übertroffen. Nach dem Abschluss des Projekts kamen einige Clubmitglieder auf Burkhard Rosenberg, Jugendwart des SC Rhe, zu und fragten, wann wieder ein Boot im Club gebaut würde, sie würden gerne mitmachen. Zeitgleich gab es zwischen Jüs Segger und Burkhard Rosenberg seit geraumer Zeit einen lebhaften Meinungsaustausch über das möglichst ideale Jüngstenboot, das deutlich mehr als ein Opti leisten können sollte.

Warum wird neben dem Opti überhaupt ein alternatives Boot benötigt?
Die Erfahrung zeigte, dass Kinder, die mit 8 Jahren im Opti anfangen und nicht regattaambitioniert sind, regelmäßig spätestens im 3.Segeljahr die Lust am Segeln in der kleinen Kiste (Opti) verlieren. Kinder, die mit 11, 12 oder mit 13 Jahren mit dem Segeln beginnen, haben im Opti häufig schon Platzprobleme und können sich mit dem Boot nicht anfreunden, was häufig zum vorzeitigen Ende der noch jungen "Seglerlaufbahn" führt, auch für sie gibt es keine echte Alternative. Dies sind nur zwei Argumente für die Suche nach einer Opti-Alternative.

Testfahrten mit den Bootstypen "Open Bic " und "Fewa" - Jolle brachten Rosenberg die nötigen Erkenntnisse, wie das ideale Boot aussehen müsste. Weitere Gespräche mit Jüs führten zu einem ersten gemeinsam abgestimmten Entwurf des neuen "Seggerix". Der Entwurf war so überzeugend, dass Burkhard Rosenberg sich sofort um die Realisierung dieses zweiten Bootsbauprojektes im Segelclub RHE bemühte.

Jüs Segger war wieder bereit einen Bauplan zu zeichnen und dem Club eine Baulizenz zu spenden. Die Verantwortlichen des AKJS waren dankenswerterweise auch wieder bereit, die Werkstatt zur Verfügung zu stellen. Somit fehlte "nur" noch das Geld für das Baumaterial. Die Vorstellung des Bootsbauprojektes bei den Eltern der Jugendlichen erbrachte eine so große Spendenbereitschaft, dass der SC Rhe in der Lage war, nicht nur ein Boot, sondern gleich drei zu realisieren. Jüs Segger entschloss sich den Prototypen zeitgleich für seine Tochter mitzubauen. Als weiterer Mitbauer gesellte sich Hannes Selig dazu. Somit startete am 11. Oktober 2007 der Bau von 5 Seggerixen. 


Heute im Juli 2008 segeln die Boote und erste Erfahrungen zeigen, dass, Jüs Segger und die Jugendabteilung des SC RHE, gemeinsam eine tolle Idee gut umgesetzt haben.

Die Boote wurden zwischenzeitlich auf der Alster dem Ortkatensee und dem Limfjord sowie auf der Elbe von Seglern zwischen 8 und 67 mit bis zu 85 kg Körpergewicht gesegelt. Für dieses breite Spektrum von Seglern wurde das Boot zwar nicht konzipiert, gleichwohl freuen sich alle Beteiligten über die positive Resonanz für das kleine Boot.
"So erstaunlich es auch klingen mag, wir haben bis heute noch keine kritischen Stimmen zu dem Boot gehört. Es ist sicher, es ist schnell, es macht viel Spaß und kann kostengünstig mit Kindern gebaut werden" berichtet Burkhard Rosenberg.
Neben vielen Kindern haben zwischenzeitlich auch ältere Jugendliche mit dem Boot gesegelt. Sie stellen mit großer Freude fest, dass alle Segler, unabhängig von ihrem bisherigen Können nach kurzer Eingewöhnung sehr gut mit dem Boot zurecht kommen.

Ein Jüngstenboot macht den Kindern natürlich noch mehr Spaß, wenn das Boot weit verbreitet ist. Auch in dieser Hinsicht deutet sich ein erster Erfolg an. Zwischenzeitlich sind viele weitere Seggerixe in Deutschland im Bau. "Ich gehe davon aus, dass sich die Flotte der Seggerixe nach der "Hanseboot" schnell vergrößern wird. Es ist sogar denkbar, dass sich bald eine Klassenvereinigung gründet", so Rosenberg.